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Blutegeltherapie

 

Die Blutegeltherapie gehört zu den Ausleitungsverfahren. Erste Darstelllungen der Blutegeltherapie stammen aus Indien (ca. 500 v. Chr.).

In Europa wird die Behand-lung mit Blutegeln erstmalig um 200v. Chr. von den Griechen Nikander und Colophon erwähnt.

Seit den 20er Jahren erlebte die Blutegelbehandlung zusätzlich mit den Naturheilverfahren, aber auch in der Chirurgie (bei Replantationen), weltweit eine Renaissance.

Die Thrombosebehandlung ist bis heute die Domäne des Blutegels geblieben!

Lebende medizinische Blutegel ( Hirudo medicinalis)

Anwendungsgebiete

Mögliche Anwendungsgebiete sind:
Krampfadern, Blutgerinnsel, Venenentzündungen, offene Beine, Hämmorrhoiden, Gefäßverkalkung, Schlaganfall, Angina pectoris, Herzinfarkt, Gefäßerkrankung bei erhöhtem Blutzucker, Muskelschmerzen, Wadenkrämpfe, schmerzhafte Menstruationsblutungen, Migräne, Spannungskopfschmerz, Ohrgeräusche, Schwindel, degenerative oder entzündliche Gelenkerkrankungen, Weichteilrheumatiesmus, Rückenschmerzen, Ischialgien, Bandscheibenvorfall, Nervenschmerzen, Blutergüsse, Muskelfaserrisse, Zerrungen, Verstauchungen, Nagelbettentzündungen, Furunkulose, Thrombose

Es könne auch Erkrankungen die Durchblutungsstörung zur Folge haben behandelt werden:

- primäre Durchblutungsstörungen
- Diabetes mellitus


Alle Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

Gelenkarthrosen:
- vor allem. Kniegelenkarthrosen und Sprunggelenkarthrosen
- akuter Gichtanfall

Augenerkrankungen:
- grauer und grüner Star
- Glaukom

 

Gegenanzeigen

Absolute Kontraindikatoren:

Bei Vorliegen einer der nachfolgenden Fälle müssen Sie auf die Anwendung der Blutegeltherapie verzichten:
Blutgerinnungsstörungen, Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten wie Cumarinderivate ( z. B. Macumar ® ) Heparin usw., Immunschwäche deutliche Anämie (Blutarmut), Allergie gegen Blutegelextrakte, ansetzen der Blutegel auf schlecht durchblutete oder krankhaft veränderte Haut.


Relative Kontraindikatoren:

Therapie mit niedrigdosiertem ASS oder vergleichbaren Substanzen, leichte Anämie, Neigung zur Kolloidbildung.

 

Die Herkunft der Blutegel

Sie sind heute in Deutschland sehr selten zu finden. Aufgrund der starken Verschmutzung der Gewässer können sie nicht überleben. Die meisten Tiere die in Deutschland verkauft werden stammen aus Importen, besonders aus der Türkei.
Sie leben dort in Gewässern, die in großen Naturschutzgebieten liegen und wo keine Menschen ansässig sind. Ihre Ernährung besteht aus dem Blut der Frösche und Fische.

Für die pharmazeutische Industrie werden die Blutegel nicht lebend, sondern tiefgefroren versendet.

Da sie unter Artenschutz stehen, muss jeder Import und Export von der Cites- Behörde (Internationale Artenschutzkommission) in Genf und dem Bundesamt für Naturschutz in Bonn genehmigt werden.

Von den Exporteuren und der türkischen Veterinärbehörde liegen Bescheinigungen vor, dass die Blutegel noch keinen Kontakt mit den Menschen hatten und frei von gefährlichen Krankheitserregern sind.


Wirkungsweise der Blutegel

Die Gesamtwirkung der Blutegeltherapie ist auf die spezifischen Blutegelwirkstoffe zurückzuführen. So produziert der Egel in seinen Halsdrüsen einen gerinnungshemmenden Stoff, Eglin oder Hirudin genannt. Andere Blutegelwirkstoffe haben durchblu-tungsfördernde Eigenschaften.

Diese Wirken wie folgt:

1.) Gerinnungshemmend und Durchblutungsfördernd
- Es tritt durch das Einbringen des Egelspeichels eine gerinnungshem-mende Wirkung des Blutes ein, es verbessert sich dadurch die Fließei-genschaft des Blutes und Durchblutung der Gefäße.

2.) Lymphstrombeschleunigend
- Aus Blut und Gewebe strömt Lymphe vermehrt in die Gewebezwischenräume und wird mit Blut über die Lymphbahnen ausgeschieden. Dadurch wirkt der Blutegel entwässernd und entgiftend auf den Körper.

3.) Antithrombotisch
- Schon vorhandene Thromben lösen sich auf. Prophylaktisch wird eine Throm-bosebildung verhütet.

4.) Immunisierend
- Es tritt eine Belebung der Leukozytenbildung und Leukozytenwanderung auf. Dadurch kommt es zu einer entzündungshemmenden Wirkung und zur Stär-kung des Immunsystems.

5.) Krampflösend auf die Gefäße
- Allgemein folgt eine beruhigende und entspannende Wirkung, Schmerzen las-sen nach. Die Sauerstoffaufnahme und der Transport der Zellen erhöht sich und die Neublutbildung wirkt auf den Heilungsprozess.